Wo kommen die Tafeln her?
In Amerika lässt sich die Tafelidee bis ins Jahr 1963 zurückverfolgen. John van Hengel gründet in Phoenix/Arizona die St. Mary's foodbank. Inzwischen haben sich foodbanks, harvesters und tables über ganz Nordamerika verteilt - und John van Hengel erfreut sich an den Menschen, die seine Idee aufgegriffen haben.
In New York begannen die Helfer 1983 mit ihrer Arbeit. Die Medien interessierten sich für die Geschichte der Gegensätze. Fernsehstationen und Zeitungen berichteten über die Diskrepanz zwischen Überfluss und Armut.
Diese Bilder kamen nach Deutschland. In Deutschland, genauer gesagt in Berlin, wurde die Idee zuerst aufgegriffen. Eine Frauengruppe gründete 1993 die Berliner Tafel. München, Düsseldorf und Hamburg folgten innerhalb weniger Monate mit lokalen Initiativen. 2003 hieß es bereits: "10 Jahre Tafeln in Deutschland". Informationen über - Tafeln in Deutschland gibt es unter www.tafel.de - die Tafelidee in Amerika unter: www.foodchain.org (Quelle: tafel.de)
Herbst 1996
Marion Steinvorth plant mit Gleichgesinnten die Gründung des Vereins "Norderstedter Tafel". Sie hatte zuvor seit 1995 bei der Hamburger Tafel mitgearbeitet und war zu der Überzeugung gekommen, dass eine solche Einrichtung auch in Norderstedt sinnvoll sei. Auf Bundesebene arbeiten zu der Zeit bereits 54 Tafeln.
November 1996
Die Norderstedter Tafel beginnt mit der Arbeit. Das Büro wird in der Falkenbergkirche angemietet. Herr Pastor Urbach übernimmt die Schirmherrschaft.

1. Ausgabe: Donnerstag, 7.November in der Schalom-Kirchengemeinde, 15:00 – 16:30 Uhr
2. Ausgabe : Freitag, 8. November in der Teestube der Falkenbergkirche, 10:00 – 11:30 Uhr
Waren, die nicht mehr verteilt werden können, bringen Tafelhelfer zur Obdachlosenunterkunft in Quickborn am Feldweg. Als Lager ist eine Garage von der Falkenbergkirche gemietet.

Die Hamburger Tafel schenkt den Norderstedter Nachbarn das erste Fahrzeug,
einen Mitsubishi-Bus.
Am 4. März wird die 3. Ausgabe eingerichtet : von 15:00 bis 16:30 Uhr werden in der St. Annen Kirchengemeinde am Schmuggelstieg jeden Dienstag Lebensmittel ausgegeben.
07. März 1997
Außenstelle Quickborn: Aus der Belieferung des Obdachlosenheims Feldweg entsteht die Quickborner Ausgabe mit einer Gruppe Quickborner Frauen, die freitags in der Martin-Luther-Gemeinde in Quickborn- Heide - von den Norderstedter Tafelhelfern gesammelte und angelieferte Waren verteilen.
Bis zum Ende des Jahres ist dann noch eine weitere Ausgabe in der Marienkirche in Quickborn eingerichtet.
März 1997
Das 2. Fahrzeug, ein VW-Bus, wird von den Stadtwerken gespendet.
Dezember 1997
Ein Ford-Bus wird von einer großen Spende (Sponsort Walk des Lessing-Gymnasiums) gekauft. Der Mitsubishi-Bus wird an die Chemnitzer Tafel verschenkt.
Februar 1998
Einmal in der Woche gibt es nun ein Frühstück für allein-stehende und Wohnungslose in der Teestube der Falkenbergkirche.
21. April 1998
Außenstelle Henstedt-Ulzurg
Die Arbeiterwohlfahrt Henstedt-Ulzburg stellt im Bürgerhaus einen Raum zur Verfügung, in dem immer dienstags Lebensmittel ausgegeben werden. Lieferung und Ausgabe werden von Norderstedt aus organisiert.
Mai 1998
100 Vito-Kleinbusse werden von Daimler-Chrysler über den Bundesverband an die Tafeln verteilt, ein Fahrzeug bekommt die Norder-stedter Tafel. In der Spende sind die jeweiligen Wartungskosten für 3 Jahre enthalten. Danach gehen die Fahrzeuge in den Besitz der jeweiligen Tafeln über. Der VW-Bus wird weitergegeben und ist bunt bemalt als "Fidi-Bus" in Norderstedt unterwegs.
Mai 1999
Die Ausgaben Schalom und St. Annen werden geschlossen, die drei übrigen Außen-stellen bleiben erhalten.
Ausgaben sind nun in der Teestube am Falkenberg dienstags und freitags vormittags, ebenso wie das Frühstück für Alleinstehende und Wohnungslose montags von 10:00 bis 11:00 Uhr.
Steigende Kundenzahlen machen es notwendig, die vorhandenen Waren einzuteilen. Es wird nun versucht, jedem Kunden nur einmal wöchentlich Lebensmittel auszuhändigen, damit alle etwas bekommen können und der Organisationsrahmen der Tafel nicht gesprengt wird.
Dazu wird ein Nummernsystem eingeführt. Nachdem verschiedene Systeme ausprobiert wurden, bekommt nun jeder Kunde eine Nummernkarte, die für die von ihm gewählte Ausgabe gültig ist. In einer internen Datei werden Namen, Adresse und Personenzahl der Haushalte notiert, um zu vermeiden, dass derselbe Kunde bei mehreren Ausgaben Waren abholt. Dies ist auch wichtig für das Gefühl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tafel, die die Lebensmittel gern gerecht weitergeben möchten.
Unter www.kirche.norderstedt.net/harksheide erscheint die Tafel das erste Mal im Internet, eingestellt von Herrn Pastor Gunnar Urbach. Als Ersatz für einzelne kleine Kühlschränke wird eine begehbare Kühlzelle angeschafft, in der große Kiepen gestapelt werden können.
26. September 2000
Der Norderstedter Tafel wird die Bürgermedaille der Stadt Norderstedt verliehen. Diese Medaille wird in diesem Jahr zum ersten Mal an Einzelpersonen oder Vereinigungen verliehen, die durch ihr Wirken in Norderstedt oder den Partnerstädten besondere Verdienste, insbesondere auf den Gebieten soziales Engagement, ehrenamtliche Tätigkeit, Wissenschaft und Forschung erworben haben.
Weihnachten 2000
Obdachlose, es sind überwiegend Kunden der Norderstedter Tafel, werden auf Anregung eines spanischen Gastwirtes von der Bürgervorsteherin gemeinsam mit Tafelhelferinnen und – helfern zum Essen eingeladen – in die Feuerwehrwache am Langenharmer Weg.
September 2001
Umzug der Tafel in den "Container" am Schützenwall. Die Stadt Norderstedt stellt 4 Wohncontainer auf das ehemalige Gelände der "Stonsdorferei" und schließt mit der Norderstedter Tafel einen Nutzungsvertrag – die Tafel trägt "nur" die Unterhaltskosten, Strom Wasser, Müll…, muss aber keine Miete zahlen. Die Container brauchen so nicht von der Stadt entsorgt werden. Die Stadtwerke und wilhelm.tel sponsern die Anschlüsse. Viele Spender und Sponsoren unterstützen Umzug und Einrichtung.
Oktober 2001
Ein neues Fahrzeug muss angeschafft werden, der Ford ist für die Tafelarbeit nicht mehr ausreichend und wird verkauft. Die Tafel kauft dafür einen VW – LT 35.
09. November 2001
Die Norderstedter Tafel feiert den 5. Geburtstag in den neuen Räumen.
Zu Weihnachten kocht wieder der spanische Gastwirt und seine Familie für die Bedürftigen in den Räumen der Norderstedter Tafel.
08. März 2002
Die Außenstelle Quickborn feiert ihren 5. Geburtstag
Das Weihnachtsessen für die Bedürftigen wird von den Tafelmitarbeiterinnen und –mitarbeitern organisiert.
Restaurants aus Norderstedt kochen für einen Festschmaus am Schützenwall – so viel, dass im Januar 2003 die Tafel noch ein weiteres Mal festlich gedeckt werden kann.
Die Tafel hat nun 62 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Die meisten arbeiten einmal, manche zwei-, und einige mehrmals die Woche. Pro Dienst sind es im Durchschnitt fünf bis sechs Stunden. Täglich werden vormittags zwei Touren gefahren, um Lebensmittel einzusammeln. Die Fahrzeuge sind jeweils mit zwei Personen besetzt, die dabei vor Ort bei den Lieferanten die Lebensmittel schon vorsortieren. Das bedeutet ca. 7 - 8 Tonnen Lebensmittel, die pro Woche "bewegt" werden. Für die Ausgaben arbeiten jeweils fünf bis sechs Personen, d.h. Waren sortieren, zur Verteilung "aufbauen", ausgeben, aufräumen und reinigen der Ausgaberäume. Für das Frühstück bereiten zwei Kolleginnen den Ausgaberaum vor (Tisch decken, Kaffee kochen…) und leisten dann den Gästen Gesellschaft. Anschließend heißt wieder es aufräumen und reinigen. Täglich arbeitet eine Kollegin (i.d.R. von 8:45 – 14:00 Uhr) im Büro, erstellt den Dienst- und Tourenplan, erledigt die Schreibarbeiten - von Spendenbescheinigungen bis zu Presse-mitteilungen -, macht Telefondienst...
Die zunehmende Menge der Kunden und die abnehmenden Warenmengen (die Lieferanten müssen schärfer kalkulieren) machen es erforderlich, mit umliegenden Tafeln Kontakt zu halten. Es werden Waren getauscht und vermittelt. Dies geschieht direkt oder landesweit (Koordination in Schleswig-Holstein oder über den Bundesverband).
November 2003
Der Vito wird verkauft und durch einen fabrikneuen Mercedes Sprinter ersetzt, ein Fahrzeug, in das mehr Waren passen und in dem man aufrecht stehend arbeiten kann. Die eine Hälfte des Preises wird aus Spenden finanziert, die andere Hälfte trägt Daimler Chrysler im Rahmen eines bundes-weiten Sponsorings.
Weihnachten
Auf Einladung des Flughafens Hamburg und des Airport-Restaurants werden die Gäste des Tafelfrühstücks mit einem Bus zum Festessen abgeholt.
Die Tafelarbeit läuft unverändert ruhig und gut. Spender und Sponsoren unterstützen auch weiterhin die Tafel. So ist es zum Jahresende möglich, dem Tafelgebäude ein neues Dach aufzusetzen. In den Räumen der Feuerwehr – Nachbar der Tafel – findet Anfang Dezember eine Advents-feier für die Kunden statt. Die Räume stellt die Feuerwehr zur Verfügung, Tafelhelferinnen und – helfer backen privat den Kuchen, decken die Kaffeetische und schmücken alles weihnacht-lich. Der Gospelchor "lean on gospel" gibt ein kostenloses Konzert. Es ist ein schöner Nachmittag.
Die Freude an der Arbeit ist ungebrochen – ebenso die Spendenfreudigkeit.
Die Kundenzahl steigt leicht an. Die Mitarbeiterzahl nimmt ab – auch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer werden älter. Im Dezember wird deshalb ein Aufruf in den Norderstedter Zeitungen gestartet, mit dem Erfolg, dass die freien Arbeits-plätze wieder besetzt werden können. Mit viel Elan geht es in das zehnte Jahr der Norderstedter Tafel.
Ein heißer Sommer macht es deutlich – die Norderstedter Tafel braucht ein Kühlfahrzeug.
Im November lädt die Tafel alle Spender, Sponsoren, Freunde, Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Ehemalige zu einem Empfang ins Rathaus, denn es ist nun 10 Jahre her, dass Marion Steinvorth unsere Einrichtung ins Leben gerufen hat.
Mit Musik und einem selbst gemachten Kalten Büfett wird
DAS JUBILÄUM
"10 JAHRE NORDERSTEDTER TAFEL e.V." gefeiert.

Für diese Damen ein ganz besonderes Datum, denn sie sind von Anfang an dabei!
Nicht nur die "Mutter-Tafel" in Norderstedt besteht 10 Jahre, auch die Außenstelle Quickborn hat Grund zum Feiern.
Am 7. März feiern die Quickborner Tafelhelferinnen und – helfer mit Freunden, Spendern, Sponsoren und Kolleginnen und Kollegen aus Norderstedt das 10-jährige Bestehen in Quickborn.
Im April dann ein weiteres Ereignis – das neue Fahrzeug ist da.
Am 24. April wird der neue Sprinter von DaimlerChrysler mit aufgesetzter Kühlung an die Tafel übergeben. Die Uwe Seeler Stiftung, die Norderstedter Lions, Norderstedter Friendship Force und viele andere haben mit ihren Spenden die Anschaffung unterstützt.
Das neue Jahr startet mit der Planung einer weiteren Ausgabe.
Immer mehr Kunden aus dem Bereich Hamburg Langenhorn zeigen, dass in diesem Gebiet, in dem die Norderstedter Tafel auch Lieferanten hat, eine Ausgabe sinnvoll wäre. Deshalb wird am 20. Februar zum ersten Mal im Bürgerhaus in Langenhorn Ware ausgegeben.
Das Bezirksamt bzw. die AWO stellen den Raum dafür zur Verfügung. Der Ansturm ist gewaltig. Es wird auch hier deutlich, dass leider immer mehr Menschen Unterstützung benötigen.
In Langenhorn werden nun jeden Mittwoch um 15:00 Uhr Lebensmittel ausgegeben.
Schnell wird allerdings klar, dass die Räume im Bürgerhaus zu klein sind und die Ausgabe Langenhorn umziehen muss. Die Ansgar Gemeinde stellt ihren Gemeindesaal zur Verfügung, so dass Platz genug für die bis zu 170 Langenhorner Kunden ist.
Die Ausgabe Quickborn -Heide wird 2010 nach Ellerau verlegt, da dort geeignetere Räumlichkeiten geboten werden.
Die Donnerstags-Ausgabe am Schützenwall wird auf Freitag verschoben und der Montagmittag sowie der Donnerstag Nachmittag werden zum Ausgabetermin für Einrichtungen.
Im April 2011 sind endlich die Erweiterung der Räume am Schützenwall incl. 2tem Raum für die Ausgabe und der Carport fertiggestellt. Auch die Grünanlage wurde herausgeputzt.
Unterstützen Sie die Tafel!
Die NORDERSTEDTER TAFEL freut sich über Ihre Hilfe – egal ob in Form von Geldspenden oder tatkräftiger Unterstützung.
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